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Aug. 15, 2018 | 14:57 Uhr

Blizzard hat einen ganz speziellen Job, den nur richtige Story-Nerds bekommen. Das sind die Aufgaben der „Lorewalker“ für World of Warcraft.

World of Warcraft hat über die Jahre eine ziemlich komplexe Lore bekommen. Immerhin sind es rund 14 Jahre des MMORPGs und noch viele Jahre der ursprünglichen Strategietitel. Dazu kommen mehr als 20 Romane, 10 Comic-Reihen und ein Film. Von Sonderfällen wie Heroes of the Storm und Hearthstone ganz zu schweigen.

Auch wenn nicht alles davon als „Kanon“, also gültige Fassung der Lore gilt, ist das extrem viel Stoff, um den Überblick zu bewahren.

Genau dafür hat Blizzard ein eigenes Team aus 3 Spezialisten: Die Lorewalker.lore-wow-mmorpg

In einem Interview mit Gameinformer sprach Sean Copeland von Blizzard über den Job der „Lorewalkers“ und was für Schwierigkeiten sie im Alltag haben.

Gefühl wie ein Historiker. Das Team der Lorewalker beschreibt die Arbeit ähnlich der eines Historikers. So gibt es im Hauptquartier von Blizzard eine eigene Bibliothek mit all den Werken und Aufzeichnungen, die es rund um Warcraft gibt. Regelmäßig müssen alle Werke durchwühlt werden, um auch die kleinste Information aufzuschreiben.wow garrosh pandaria

Anfragen der Entwickler. Wenn neue Quests entwickelt werden, dann bekommt das Team häufig Anfragen. Gab es schon eine ähnliche Quest? Ergibt die Story im Zusammenhang mit der Welt Sinn? Widerspricht sich irgendein Aspekt der Quest mit der bestehenden Lore?

Lore-Seminare für Blizzard. Besonders unterhaltsam dürfte wohl der Fakt sein, dass die Lorewalker regelmäßig kleine Seminare zur Geschichte von Warcraft veranstalten, um das Wissen der Mitarbeiter aufzufrischen oder auf bestimmte Details aufmerksam zu machen.

Aussprache von Fantasy-Sprachen. Manchmal bekommen die Lorewalker auch besonders merkwürdige Anfragen. Denn in ihren Aufzeichnungen ist auch vermerkt, wie Fantasy-Sprachen innerhalb der World of Warcraft ausgesprochen werden. So wollte ein Entwickler während „Wrath of the Lich King“ wissen, wie die folgenden Worte betont werden:

„Ak’agthshi ma uhnish, ak’uq shg’cul vwahuhn“ – das sollte später der Kampfschrei eines Dieners der Alten Götter werden.WoW Cthun Void World Old God title

Fehler werden verhindert. Dass sich die Lorewalker lohnen, zeigt sich immer wieder. Denn die Entwickler hatten für Cataclysm etwa den Kampf gegen Sinestra entwickelt, einer schwarzen Drachenlady. Die Spieler sollten dabei Hilfe von einem roten Drachen bekommen und die Entwickler wählten dafür den Drachen Krasus aus – nur um von den Lorewalkern zu hören, dass der bereits in einem der Bücher gestorben war.

Community als Richtinstanz. Warcraft hat eine recht fanatische Community, bei denen einige Spieler jeden Aspekt der Spielwelt in- und auswendig kennen. Das ist auch der Maßstab, den Blizzard anstrebt. Denn kleine Fehler würden von den leidenschaftlichen Fans sofort entdeckt und würden zu peinlichen Momenten führen. So etwa vor einigen Jahren, als der „Red Shirt Guy“ Blizzard darauf aufmerksam macht, dass der Zwerg Falstad gar nicht tot war. Das hatten die Entwickler nämlich fälschlicherweise angenommen.

Wow Dwarf Falstad

Falstad zusammen mit dem „Faktenchecker“ – eine Ehrung für den Red Shirt Guy.

Retcons sind letzte Rettung. Gelegentlich kommt es aber doch vor, dass Blizzard bestehende Lore umschreiben muss, weil sie sich an einigen Stellen sonst widersprechen würde. Diese „Retcons“ sind aber im Regelfall das letzte Mittel, wenn alles andere nicht gelingt. Um das in Zukunft zu vermeiden, wurden in den letzten Jahren die „Warcraft Chroniken“ veröffentlicht. Diese erzählen zusammenhängend die Geschichte des ganzen Warcraft-Universums und sind der Leitfaden für alles, was noch kommen wird.

Wäre ein Job als „Lorewalker bei Blizzard“ auch ein Traumberuf für euch? Oder ist das schon eine Spur zu nerdig?

von Cortyn
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