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Aug. 15, 2018 | 06:00 Uhr

Monster Hunter World befindet sich jetzt auf Steam und hat direkt Rekorde mit den meisten gleichzeitig aktiven Spielern auf dem PC gebrochen. Die Reviews hinterlassen jedoch ein anderes Bild und fallen durchwachsen aus. 

Größter Steam-Launch in 2018: Insgesamt verzeichnete Monster Hunter World 330.000 gleichzeitig aktive Spieler auf Steam. Damit hat das Action-RPG den größten Steam-Launch in 2018 hingelegt und schlägt Far Cry 5.

Ein Verkaufshit auf PC: Bereits die Vorbestellungen der PC-Version von Monster Hunter World auf Steam gingen durch die Decke. In der Woche vom 9. bis 15. Juli konnte Monster Hunter World den Dauerbrenner PUBG in den Steam-Verkaufscharts verdrängen.

Steam-Reviews fallen mäßig aus: Nur 47% aus 14.806 Reviews bewerten Monster Hunter World positiv (Stand 13. August, 17:45 Uhr). Die Reviews passen nicht so ganz in das Bild der Steam-Rekorde, die Monster Hunter World aufstellen konnte.

Wie kam es dazu?

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Die Steuerung wird kritisiert: Vor allem Maus und Fernkampf

Die Maus hat Input-Lag: Viel der negativen Kritik entsteht durch die Steuerung mit Tastatur und Maus. Hier beschweren sich Spieler über einen Input-Lag der Maus, was die Bewegungen zu träge macht. Es fühlt sich für viele so an als würden sie eigentlich einen Joystick bedienen.

Fernkampf ist umständlich umgesetzt: Gerade im Fernkampf sind die Tasten so belegt, dass es schwierig ist, das Inventar und die Waffen mit ihren Munitionen oder Pfeilen gleichzeitig zu bedienen. Einige Spieler greifen hier doch lieber auf den Controller zurück.

Insgesamt erscheint die Steuerung den PC-Spielern zu „klobig“ und man würde merken, dass Monster Hunter World eigentlich für Konsole entwickelt wurde.

Die Performance ist bescheiden: Niedrige FPS und hohe CPU-Last

Monster Hunter World frisst die Hardware und es kommt zu Rucklern: Es kam schon in der geschlossenen Beta zu Problemen mit der Performance. Vor allem die extreme CPU-Belastung fiel auf, die sogar für Zusammenbrüche sorgte. Trotz eines Patches, der dieses Problem beheben sollte, haben einige Spieler immer noch mit Crashes zu kämpfen. Vor allem im Multiplayer fällt die Bildrate stark ab.

Es gibt auch Spieler, die an sich zufrieden mit der Performance des Spiels sind. Über 40-60 FPS geht es aber für die meisten nicht hinaus und hier hätten sich die PC-Spieler doch mehr gewünscht. Da wird oft die Frage gestellt, wieso Capcom so lange für den PC-Port gebraucht hat, wenn dieser nicht optimiert ist.

Die Community hilft sich selbst: 

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Das Spiel ist „kaputt“: Bugs und Connection-Probleme zum Release

Der Multiplayer macht den PC-Spielern zu schaffen: Vor allem beim gemeinsamen Spielen klagen die Spieler über Verbindungsprobleme. Immer wieder werden sie aus der Session ihrer Freunde gekickt und umgekehrt. Vor allem nachdem sie mehrfach auf eine Quest aufgebrochen waren. Es tauchen Fehler-Codes auf. Hier könnten auch die Performance-Probleme mit reinspielen.

Auf Steam veröffentlichte MHW-Capcom mittlerweile einen Post, der dieses Problem anspricht. Man würde an einer Lösung arbeiten.

Sogar ein „Game-breaking“ Bug schaffte es in die Release-Version: Ein Bug hat es zum Launch ins Spiel geschafft, der den kompletten Spielstand löschen kann. Hierüber sind die Spieler besonders erstaunt und verärgert. Sobald Jäger den letzten Boss-Gegner der Story-Quest besiegen, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Spielstand verschwindet.

Alte bekannte Konsolen-Probleme stören: Beschwerden über MHW selbst

Spieler beschweren sich auch über das Gameplay selbst: Besonders interessant an den negativen Stimmen sind die Beschwerden, die sich um das träge Gameplay drehen. Denn auch von diesen gibt es einige. Die seltsame, ungelenke Steuerung mit dem schwammigen Treffer-Feedback gehören sogar zu den Markenzeichen der Monster-Hunter-Franchise.

Es ist nicht nur die Umsetzung mit Maus und Tastatur, die für eine ungelenke Steuerung sorgt. Das ist auch einfach typisch für Monster Hunter.

Unverständlicher Multiplayer und überladene Menüs: Genauso tauchen auch einige Beschwerden über den wirklich umständlich umgesetzten Multiplayer auf. Es ist schwierig zu verstehen, wie es überhaupt funktioniert zusammen zu spielen. Dazu ist es noch undeutlich, welche Missionen man wie und wann im Multiplayer bestreiten kann.

Das sind Beschwerden, die es auch bei der Konsolen-Version gab: Genau diese Aspekte machten auch den Konsolen-Spielern zu schaffen. Viele kamen anfänglich mit der schwerfälligen Steuerung nicht klar und waren vom sperrigen Multiplayer überfordert. Gerade auf der Xbox One kam es kurz nach Release ebenfalls zu Verbindungs-Problemen.

Die Konsolen-Spieler waren in ihrem Urteil gnädiger: Trotz dieser Schwierigkeiten konnte Monster Hunter World bei den Konsolen-Spielern im großen Maße punkten. Die Bewertungen von Testern fielen sehr positiv aus und auch die Community zeigte sich glücklich. Das Gesamt-Paket stimmte und die Spieler konnten über Ungereimtheiten hinwegsehen.

Diese hatten jedoch auch nicht mit den argen Performance-Problemen zu kämpfen wie die PC-Spieler.

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PC-Spieler wurden schlecht vorbereitet: Keine offene Beta, wenig Berichterstattung

Zumindest auf der PS4 gab es kostenlose Betas: Kurz vor dem Konsolen-Release gab es mehrere Beta-Phasen, die den Spielern kostenlos zur Verfügung standen. Hier konnten die potentiellen Käufer Hand anlegen und etwa die schwerfällige Steuerung selbst erfahren. Hier merkten die Tester auch schnell, ob sie sich darüber wegsetzen können oder nicht. Auch die Xbox-Spieler profitierten davon, denn sie konnten zahlreiche Erfahrungsberichte von Beta-Terstern lesen oder in Videos sehen.

Auf dem PC gab es eine geschlossene und exklusive Beta: Die PC-Spieler mussten die Katze im Sack kaufen und sich im großen Umfang auf das Urteil anderer verlassen. Die Beta zum PC stand nur wenigen Vertretern der Presse, Medien und Influencern zur Verfügung. Das auch nur für eine kurze Zeit vor Release. So schwärmten die ersten Reviews und nur nach und nach deckten die Probleme sich auf.

Dadurch kauften auch die Spieler Monster Hunter World, die nach einer längeren Beta-Phase vielleicht nicht zugeschlagen hätten.

Der Hype war gelaufen, die Berichterstattung zum PC-Launch mäßig: Bereits Monate vor Konsolen-Release gab es viel Hype um Monster Hunter World. Immer wieder kamen Teaser mit neuen Monstern und Reviews zu Betas. Es wurde aber auch viel über die Franchise „Monster Hunter“ als solches geredet und es passierte viel Aufklärung. Die Konsolen-Spieler wurden auch auf die sperrige Steuerung und das komplexe Gameplay vorbereitet.

Es kann durchaus in den jetzigen Frust der PC-Spieler reinspielen, dass sie Monster Hunter World auf Grund der positiven Konsolen-Tests kauften und sich nicht mehr intensiv mit dem Titel vorher befassten.

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Positive Stimmen sagen: Schlechte Reviews übertreiben

Viele der positiven Stimmen kritisieren die negativen Reviews: Die positiven Reviews erwähnen häufig, dass viele Releases holprig laufen und der PC-Port noch passabel ist. Das sind oft auch Spieler, die mit Monster Hunter als Marke schon vertraut sind und andere darauf hinweisen, dass die Spiele einfach etwas sperrig sind. Es braucht Zeit, um sich dort einzufinden.

Viele Negativ-Kritik entstand über die Connection-Probleme: Häufig ist vor allem zu lesen, dass der Coop nicht funktioniert. Hier weisen Positiv-Stimmen darauf hin, dass dies ein Problem sei das eliminiert werden könne. Man solle doch hier noch ein bisschen Geduld haben, bevor das Spiel abgeschmettert wird.

Es bleibt noch abzuwarten, ob sich die Reviews in den nächsten Wochen noch verbessern werden.

Was sagt Ihr zu den Problemen mit denen der PC-Port von Monster Hunter World zu kämpfen hat? 

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