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Meinung
Mar. 26, 2019 | 08:59 Uhr

Das MMORPG The Elder Scrolls Online hat ein besonders albernes Pet. Wie bescheuert der „Kieselfreund“ wirklich ist, hat unser neuer ESO-Autor David jüngst am eigenen Leib erfahren.

Heute stelle ich euch jemand ganz besonderen vor: Steini, mein neues Pet der Gattung Kieselfreund. Steini hat etwas geschafft, was noch keinem Pet zuvor gelungen ist: Er hat meine Erwartungen übertroffen.

Ja, ich gebe zu, diese Erwartungen waren von Vorurteilen geprägt. „Das bescheuertste Pet, das ihr je in einem MMORPG hattet“, nannte man ihn.

eso-stein-pet
Ja, dieses Pet ist ein Stein!

Als das Narrenfest herangebrochen war, lag Steini nun ganz allein im Kronenshop und weckte mein Mitleid. „So bescheuert wie er ist, will ihn doch bestimmt keiner haben!“, dachte ich mir, und opferte fünfhundert meiner hart verdienten Kronen.

Unmittelbar nach dem Kauf spawnte ich Steini und betrachtete ihn eine Weile. Ein wenig enttäuscht war ich schon dabei, denn auf dem Bild im Schaukasten vom Kronen-Shop sah er irgendwie spektakulärer aus als in „echt“.

Neben mir lag nämlich ein stinknormaler, unauffälliger Stein, wie man ihn auch überall sonst in der Welt von ESO antreffen kann.

Keinem anderen Spieler würde auffallen, dass ich hier gerade ein exklusives Pet beschworen habe, das den dreißigfachen Stundenlohn einer myanmarischen Textil-Produktionsfachkraft verschlungen hat.

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„Die Nummer habt ihr von McDonalds geklaut!“, schimpfte ich in Gedanken auf Zenimax. Was für eine Schweinerei! Schnell zum nächsten Verlies laufen und abreagieren. Vielleicht sieht’s ja ganz witzig aus, wenn der bescheuerte Stein neben mir herschlürft. Pustekuchen! Der Lümmel bewegte sich keinen Meter!

So brachte mich Steini auf die Palme

Es stellte sich heraus, dass Steini eine ganz eigene Art hat, seinem Herrchen zu folgen. Jedes Mal wenn ich eine gewisse Strecke gelaufen bin und wieder angehalten habe, spawnte er mit einem dezenten „Puff“ neben mir in der Luft und fiel dann hinunter auf den Boden, wo er dann solange blieb, bis ich mich wieder ein ordentliches Stück von ihm entfernt hatte und stehen blieb.

Allerdings dauerte es eine ganze Weile, bis ich das Prinzip kapiert habe!

Ihr müsst wissen, ich spiele ESO in der Ego-Perspektive und da kriegt man das nun mal nicht so leicht mit, wenn sich einen Meter neben oder hinter einem etwas in der Luft manifestiert und lautlos herunterfällt.

Und so suchte ich Steini zunächst eine ganze Weile dort wo ich ihn das erste Mal gelassen habe, nur um verwundert festzustellen, dass er wohl – sobald ich nicht hinschaue – sehr wohl laufen kann.

Dabei beschmierte mich auch noch ein Spaßvogel mit Farbe und das nur, um sein Inventar zu leeren. Da kam ich mir passend zum aktuellen Event zum ersten Mal tatsächlich wie ein Narr vor in diesem Spiel.

Erst ein Wechsel in die Third-Person-Perspektive zeigte mir was Steini für ein Schlawiner ist. Er kann vielleicht nicht laufen, doch den Teleportationszauber beherrscht er par excellence.

So sind Steini und ich, doch noch Best Friends geworden

Steini überzeugte mich recht schnell davon, dass man mit ihm auch Spass haben kann.

Hier spawnte er Beispielweise über einem schlafenden Guar und landete direkt auf seinem Schwanz. Hoffentlich passiert das mir nicht mal, wenn ich ein Nickerchen halte. Bei einem Meter Fallhöhe kann sowas schon weh tun.

Und ganz wie’s aussieht, bin ich nicht der einzige, der ein Herz für Steine hat. Hier am Wegschrein in Arteum fand ganz spontan der erste offizielle Kieselfreund-Treff statt. Als ich den Wegschrein benutzen wollte, sah ich in der Nähe einen Artverwandten meines neuen Begleiters liegen.

Also spawnte ich Steini, damit er auch mal Freunde findet. Prompt kam ein dritter Mitspieler dazu und spawnte auch sein bescheuertes Pet.

So dämlich die Idee eines völlig leb- und seelenlosen Pets für umgerechnet 4,62 Euro auch ist, die Idee dahinter ist einfach herrlich witzig und auf absurde Art cool.

Doch wie seht ihr das? Habt ihr euch auch einen Kieselfreund geholt oder ist euch das am Ende doch zu blöd?

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