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Jan. 29, 2019 | 11:14 Uhr

Metro: Exodus erscheint nicht mehr über Steam, sondern über den Epic Games Store. Diese überraschende Nachricht schockierte gestern diejenigen, die den Shooter schon über Valves Plattform vorbestellt hatten. Mit diesem Schachzug zeigt Epic Games, dass man auf vollen Konfrontationskurs mit Valve geht und es ernst meint.

Was ist passiert? Gestern gegen 18 Uhr erklärte eine Pressemeldung, dass der Shooter Metro: Exodus exklusiv über den Epic Games Store erscheint. Und das, obwohl das Spiel schon einige Zeit über Steam und andere Online-Händler vorbestellt werden konnte. Allerdings erhalten die Vorbesteller ihre Spiele trotzdem noch über den Händler, bei dem sie gekauft haben. Also auch über Steam.

Es ist jetzt nur nicht mehr möglich, das Spiel weiter über Steam zu kaufen.

Dieser Exklusiv-Deal zwischen Publisher Deep Silver und Epic Games gilt ein Jahr lang. Ab Mitte Februar 2020 ist Metro: Exodus damit wieder über Steam erhältlich.

Valve ist hart getroffen

Wie reagiert Valve? Bei den bisherigen Spielen, die einen ähnlichen Weg gegangen sind, verhielt sich Valve ruhig. Selbst, als Ubisoft ankündigte, The Division 2 nicht mehr über Steam, sondern über den Epic Games Store anzubieten, schwieg das Unternehmen.

Jetzt jedoch gab es eine Reaktion, die zeigt, wie schwer Valve getroffen ist.

Metro Exodus Screenshot

Auf der Steam-Produktseite von Metro: Exodus ist zu lesen: „Wir halten die Entscheidung, das Spiel zu entfernen, für Steam-Kunden für ungerecht. Insbesondere nach einer langen Vorverkaufsphase. Wir möchten uns bei den Steam-Kunden entschuldigen, die erwartet hatten, dass Metro: Exodus bis zum 15. Februar verfügbar sein wird. Wir wurden jedoch erst kürzlich über die Entscheidung informiert und hatten nur begrenzte Zeit, um alle davon in Kenntnis zu setzen.“

Der Verlust von Metro: Exodus ist für Valve nicht so einfach zu verdauen, da das Unternehmen zuvor stets eine sehr gute Partnerschaft mit dem Publisher Deep Silver führte.

Was bedeutet dies für Steam: Dass Electronic Arts die eigenen Spiele über Origin anbietet und Bethesda die Titel wie Fallout 76 über den Bethesda Launcher, ist schon schlimm für Valve. Allerdings kann das Unternehmen dies verkraften.

Doch dass nun Publisher und Entwickler abspringen, die keine eigenen Launcher anbieten und bisher treue Partner von Steam waren, ist ein herber Schlag. Es ist, als ob Epic Games Valve den Krieg erklärt hat. Das Unternehmen muss nun irgendwie reagieren.

Eine unsichere Zukunft für Steam

Warum wechseln so viele Entwickler und Publisher zum Epic Games Store? Valve hatte mit Steam lange Zeit ein Monopol auf dem PC. Für die Spieler war dies auch in Ordnung und sogar angenehm, da man nur diesen Launcher installieren musste, um seine Lieblingstitel spielen zu können. Da nun immer mehr Unternehmen abspringen, wächst die Anzahl der Launcher.

  • Für die Studios und Publisher ist dies gut, denn so können sie ihre Spiele direkt verkaufen, ohne einen Teil der Einnahmen an Steam abgeben zu müssen.
  • Steam verlangt 30 Prozent des Umsatzes, was Unternehmen als sehr viel empfinden.
  • Epic Games will nur 12 Prozent haben
  • Über den Epic Games Store kommunizieren die Entwickler direkter mit den Kunden, bei Steam ist Valve dazwischengeschaltet – das heißt, die Spieleseiten und Feeds werden von den Entwicklern direkt verwaltet
  • Der Epic Games Store hat noch keine User-Reviews und wird es den Studios bei Einführung später sogar ermöglichen, diese abzuschalten

The division 2 artwork

Welche Auswirkungen hat dies auf uns als Kunden? Jeder muss entscheiden, wo er seine Spiele kaufen möchte. Epic Games hätte natürlich gerne, dass dies über den eigenen Store passiert. Und dafür tut das Unternehmen momentan alles, was nötig ist.

Kunden müssen entscheiden, ob sie einen weiteren Launcher installieren und ihr Geld an Epic Games geben wollen, oder, ob sie Valve die Treue halten und dafür vielleicht auf einige Spiele verzichten – zumindest ein gewisse Zeit, bis die Exklusivität ausgelaufen ist.

Wie reagieren die Spieler? Der Epic Games Store wird nach wie vor zwiespältig beäugt. Manche finden es gut, dass Valve nun Konkurrenz bekommt, anderen sehen die aggressive Vorgehensweise von Epic Games kritisch.

Einige hoffen, dass Valve nun endlich aufwacht und die eigene Strategie überdenkt. Denn sonst könnten immer mehr Entwicklerstudios und Publisher Steam den Rücken kehren.

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