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Meinung
Dec. 23, 2018 | 10:00 Uhr

Unser Autor Lucas hat sich das Onlinekartenspiel The Elder Scrolls Legends angeschaut und ist von der Detailverliebtheit der Entwickler positiv überrascht. Kann das Spiel auch 2018 noch begeistern?

Neben dem Platzhirsch Hearthstone buhlt auch der Urvater Magic The Gathering um die Aufmerksamkeit der Spieler. Doch The Elder Scrolls Legends sticht aus der Masse der Kartenspiele durch voll vertonte Kampagnen und eine tolle Atmosphäre heraus.

Was ist Elder Scrolls Legends? Bei Legends handelt es sich um ein Onlinekartenspiel. Ihr und Euer Gegner besitzt Lebenspunkte. Der Spieler, der die Lebenspunkte des Gegners zuerst auf Null reduziert hat, gewinnt. Um dieses Ziel zu erreichen nutzt Ihr eine große Zahl an verschiedenen Karten, die Ihr in einem selbstentwickelten Deck kombiniert. Für Einsteiger bietet Legends auch vorgefertigte Decks an. The Elder Scrolls Legends ist quasi Hearthstone á la The Elder Scrolls, aber doch noch viel mehr.

Elder Scrolls Legends begeistert mit atemberaubender Atmosphäre

Eine Freude für Elder-Scrolls-Fans: Sobald Spieler The Elder Scrolls Legends starten, werden sie von vertrauter Musik empfangen. The Elder Scrolls Legends klingt wie ein klassisches The Elder Scrolls-Spiel. Dafür sorgen schöne Musikstücke aus Skyrim und Morrowind neben Neukompositionen, die eigens für The Elder Scrolls Legends eingespielt wurden.

Legends Kampagne 2

Einen weiteren Beitrag zur tollen Atmosphäre leisten die wunderschönen Animationen der Karteneffekte. Egal ob Ihr Eissplitter manifestiert, Feuerbälle werft oder Daedra aus dem Reich des Vergessens beschwört, Ihr fühlt Euch als Spieler, der sich mit den namensgebenden Legenden aus den Elder-Scrolls-Spielen seiner Feinde erwehrt. Der Entwicklerwechsel vom Studio Dire Wolf zum neuen Studio Sparkypants soll dem Spiel neuen Atem einhauchen. Das UI wurde bereits vom neuen Entwickler überarbeitet.

Ein taktisches Kartenspiel mit viel Abwechslung

Legends ist einsteigerfreundlich: Wenn Ihr The Elder Scrolls Legends zum ersten Mal startet, werdet Ihr nicht direkt mit dem Bauen eines Decks konfrontiert.

Stattdessen versucht Euch das Spiel anhand einer vollvertonten Kampagne einige Spielmechaniken beizubringen. Dabei ist es egal, ob Ihr zuvor bereits ähnliche Kartenspiele, wie Hearthstone oder Magic The Gathering, gespielt habt. Die Tutorial-Kampagne lässt sich ordentlich Zeit, euch wirklich jedes Detail in mehreren Partien zu erklären.

elder scrolls legends screenshot

Wenn der Gegner keine Karten mit der Fähigkeit „Wächter“ mehr hat, die ihn schützen können, kann er direkt angegriffen werden.

Die Alleinstellungsmerkmale: The Elder Scrolls Legends spielt sich ähnlich wie Hearthstone und Co., erweitert das Grundgerüst jedoch um clevere eigene Mechaniken. In The Elder Scrolls Legends kämpft Ihr immer auf zwei getrennten Spielfeldern, den „Lanes“. Die haben jeweils passive Effekte, die alle Karten auf dieser Lane betreffen.

Für gewöhnlich ist eine Lane in den „Schatten“ und Kreaturen dort sind in der ersten Runde verdeckt. Es gibt aber auch Lane-Effekte, die gefallene Kreaturen als Untote auferstehen lassen oder Boni für ausgewählte Arten von Wesen geben.

Lanes bieten mehr Taktik:  Es können sich immer nur Karten bekämpfen, die auf derselben Lane liegen. Jedoch kann der Spieler selbst von jeder Lane aus angegriffen werden. Wenn Ihr als Spieler eine Lane vernachlässigt, kann der Gegner diese Schwachstelle ausnutzen und Euch so besiegen.

Es hilft nämlich nichts, wen eure stärksten Blocker in einer Lane stehen und der Gegner aber seine guten Angreifer in der anderen aufgestellt hat. Ein Lane-Wechsel ist nur mit bestimmten Karteneffekten möglich. Taktisches Spielen um die zwei Lanes herum ist extrem wichtig, um gegen starke Gegner zu triumphieren.

Legends Kartenzerstörung

Selbst die stärksten Karten können durch Aktionskarten ausgeschaltet werden.

Außerdem verfügt jeder Spieler über fünf Runen, die zerstört werden, wenn Ihr bestimmte Mengen an Schaden erhaltet. Jede Rune lässt Euch eine Karte nachziehen. Bestimmte Karten, die Ihr auf diese Art und Weise gezogen habt, könnt Ihr in der gegnerischen Runde direkt kostenlos ausspielen. Durch die Runen-Mechanik haben auch Spieler noch eine Chance zu gewinnen, wenn sie weniger Lebenspunkte als der Gegner haben.

Sobald Ihr Eure ersten Kämpfe in der Kampagne „Der vergessene Held“ geschlagen habt, könnt Ihr Euch mit Euren Freunden, anderen Spielern oder der KI messen.

Reist durch ganz Tamriel und darüber hinaus

Kampagnen lassen Euch Abenteuer erleben: Ein weiteres Merkmal von The Elder Scrolls Legends sind die auf Deutsch vollvertonten Kampagnen. Anhand von schönen Animationen werden verschiedene Geschichten in Tamriel erzählt.

Die aus den Spielen bekannte Wahlfreiheit ist auch in The Elder Scrolls Legends vorhanden. Immer wieder müsst Ihr Euch in der kostenlosen Kampagne „Der vergessene Held“ entscheiden und werdet am Ende mit einer passenden Karte belohnt.

Legends Kampagne 1

Der böse Dremora Reive hat es auf Euch abgesehen.

Da die zu erhaltende Karte schon vor der Entscheidung angezeigt wird, muss jeder Spieler selbst entscheiden, ob er eher auf sein Herz oder auf die bessere Karte hören möchte.

Neben der Kampagne „Der vergessene Held“, können sich Spieler auch in den kostenpflichtigen Kampagnen „Fall der Dunklen Bruderschaft“ und „Rückkehr in die Stadt der Uhrwerke“ mächtigen Gegnern stellen.

Dank besseren Belohnungen auf höheren Schwierigkeitsgraden motivieren die Kampagnen zum regelmäßigen Wiederholen.

Kampagnen stellen Euch vor neue Herausforderungen: Dabei wird in den Kampagnen das bekannte Gameplay immer wieder durch neue Elemente aufgelockert. So müsst Ihr Euch in „Der vergessene Held“ einer Bande von Piraten mitten in der stürmischen See stellen. Der Wind sorgt dafür, dass eine zufällige gegnerische Karte jede Runde die Lane wechselt. Im Solo-Modus sind solche Spezialeffekte die Norm und jedes Match läuft anders ab.

Jede Kampagne besteht aus mehreren Kapiteln, die wiederum aus vielen einzelnen Matches bestehen. Allein für die schön erzählten Geschichten und die gute deutsche Synchronisation lohnt es sich, The Elder Scrolls Legends zu spielen.

Legends Quests

Quests sind eine Möglichkeit die Ingamewährung Gold zu erhalten. Für Gold können Kampagnen, neue Karten und der Zugang zur Arena erworben werden.

Was kostet der Spaß? „Der Fall Der Dunklen Bruderschaft“ kostet 19,99€. „Rückkehr in die Stadt der Uhrwerke“ ist für 17,99€ zu haben. Beide Erweiterungen lassen sich auch über die Ingamewährung Gold erwerben. Die könnt ihr durch fleißiges Spielen zusammengrinden.

Legends bietet PvE- und PvP-Inhalte

Neben den Kampagnen bietet Legends jedoch noch eine Fülle an weiteren Inhalten an. Sowohl für PvE-, als auch PvP-Spieler ist etwas dabei.

  • Rätsel testen Euer Wissen der Spielmechanik. Das Spiel setzt Euch verschiedenen vorgefertigten Problemen aus. Für das erfolgreiche Abschließen werdet Ihr mit verschiedenen Gegenständen belohnt.
  • In Übungskämpfen könnt Ihr Euch der KI in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen stellen.
    Legends Wildfeuerdrache

    Wenn der Wildfeuerdrache beschworen wird, fügt er allen Keaturen auf dem Spielfeld einen Schadenspunkt zu. Für jede so zerstörte Kreatur wird er stärker.

  • Die Solo-Arena lässt Euch mit einem selbst aus zufällig vorgegebenen Karten erstellten Deck gegen neun KI-Gegner antreten. Ihr könnt sie, bis auf den Anführer, in beliebiger Reihenfolge herausfordern. Um alle Gegner zu besiegen, habt Ihr drei Versuche. Der Zugang zur Arena kostet entweder 2,19€ oder 150 Gold. Für Siege in der Arena erhaltet Ihr Belohnungen. Die Arena müsst Ihr nicht an einem Tag beenden, sondern könnt sie auch später fortsetzen.
  • Zu guter Letzt könnt Ihr gegen Eure Freunde antreten oder andere Spieler zu Matches herausfordern. Kämpfe gegen andere Spieler sind ranked oder unranked möglich.

Monatlich neue Inhalte: Spieler von The Elder Scrolls Legends können sich jeden Monat auf neue Karten freuen. Außerdem wird das Spiel regelmäßig um große neue Erweiterungen ergänzt, die unter anderem neue Karten und neue Mechaniken ins Spiel implementieren.

Die letzte Ergänzung zum Spiel waren elf neue Karten aus dem Set FrostSpark. Diese Karten erweitern die Deckmöglichkeiten des Spiels und lassen sich gut mit den bestehenden Karten kombinieren. Die nächste große Erweiterung des Spiels wurde ebenfalls schon angekündigt. Diese wird sich um den wahnsinnigen, käseliebenden Daedra-Fürst Sheogorath drehen.

Tobt Euch mit Euren eigenen Decks aus

Legends erlaubt kreative Deckideen: Beim Zusammenstellen Eurer Decks räumt Euch Legends relativ viel Freiraum ein. Aus fünf verschiedenen Attributen wählt Ihr bis zu zwei aus. Im Anschluss werden Euch nur noch Karten dieser zwei Attribute und neutrale Karten angezeigt, die Ihr Eurem Deck hinzufügen könnt.

Die Karten lassen sich übersichtlich nach Magickakosten (das Mana in Legends) oder Schlagworten wie „Ork“ oder „Wächter“ durchsuchen. Euer Deck kann zwischen 50 bis 100 Karten enthalten. Ein Diagramm gibt Euch Aufschluss über die Zusammensetzung des Decks. Überschüssige Karten könnt Ihr gegen Seelensteine eintauschen. Mit Seelensteinen könnt Ihr beliebige Karten erschaffen, die Euch noch fehlen.

Legends Deckbuilding

Jedes Volk hat Vorteile: Dazu kommen noch die typischen Völker aus der TES-Serie, die ihr als Kreaturen beschwören könnt. Jedes davon hat einen einzigartigen Stil. Hier ein paar Beispiele:

  • Kaiserliche setzen auf massenweise Einheiten, die den Gegner durch taktische Überlegenheit niederringen.
  • Rothwardonen setzen auf schnelle Angriffe und Ausrüstung.
  • Khajiit haben allerlei fiese Diebstahl-Effekte und klauen euch Leben, Energie und Karten, wenn sie durchbrechen.
  • Orks fühlen sich nur wohl, wenn ihr noch mehr Orks habt. Dann werden alle besser!
  • Dunkelelfen opfern sich gern auf, um noch gemeinere Effekte zu erzielen.
  • Hochelfen sind in den Künsten der Magie bewandert und versuchen das Schlachtfeld mit Magie zu kontrollieren.
  • Nord verlassen sich auf Ihre Stärke und versuchen durch die Reihen der Gegner durchzubrechen.
  • Waldelfen setzen darauf, den Gegner zu schwächen und das dann auszunutzen.
Legends Avatarwahl

Euer Charakter gewährt Euch passive Vorteile. Bretonen ziehen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Karten, die Schaden verhindern können.

Ihr könnt die Völker aber fröhlich im Deck mischen, wenn sie zu den gewählten Attributen passen.

Bestimmte Karten erweitern die Zahl der möglichen Attribute Eures Decks. Zum Beispiel ermöglicht es Euch das Deck-Thema „Haus von Dagoth“ Decks aus drei Attributen zu bauen.

Legends ist auch auf dem Handy spielbar

Besonders auf dem Handy oder Tablet macht The Elder Scrolls Legends Spaß. Die einzelnen Matches lassen sich locker nebenbei im Bus oder der Bahn spielen. Wenn Ihr die App nicht schließt, könnt Ihr für eine bestimmte Zeit Euer angefangenes PvE-Match fortsetzen. Im Test wurde ich jedoch nach über 90 Minuten Pause aus dem bestehenden Spiel geworfen.

Wie viel Strom frisst das Spiel? Der Akku-Verbrauch hält sich in Grenzen. Eine Powerbank mitzunehmen ist trotzdem empfehlenswert. Mit den Fingern oder Stylus Karten auszuspielen, durch die Menüs zu fahren oder Decks zusammenzubauen funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungsphase intuitiv.

Besonders bei einer schlechten Internetverbindung (WLAN oder mobile Daten) müssen Spieler aber mit sehr langen Wartezeiten rechnen. Zur Not muss die App neugestartet werden.

Legends Arenabelohnungen

Wenn Ihr in der Arena einige Siege erringen konntet, werdet Ihr mit neuen Karten, Gold und Seelensteinen belohnt.

Das denkt Lucas über The Elder Scrolls Legends

The Elder Scrolls Legends erweitert das bekannte Spielprinzip von Spielen, wie Magic The Gathering und Hearthstone, um neue Spielmechaniken. Dennoch bleibt Legends dem Grundprinzip des Online-Kartenspiels treu und ist deshalb für neue, wie alte Spieler schnell lernbar.

Legends bietet tolle Kampagnen für Singleplayer, hat jedoch auch für Fans von PvP Spielmodi im Angebot. Der Artstyle der Spielkarten und die Animationen sind eine Augenweide. Fans von Elder Scrolls erkennen sofort unzähliger Details.

TES-Legends-02

Die einzelnen Effekte der Karten ermöglichen interessante Spielkombinationen. Besonders unterwegs lies sich bei mir immer wieder ein kurzes Match einbauen und mit der Zeit trat das „nur noch eine Runde“-Phänomen auf.

Ich lege The Elder Scrolls Legends allen Spielern ans Herz, die auf der Suche nach einem neuen Kartenspiel für Unterwegs sind. Solltet Ihr zuvor schon einige Abenteuer in anderen Spielen der TES-Reihe erlebt haben, ist Legends besonders interessant.

The Elder Scrolls Legends ist für Android, iOS, PC und Mac verfügbar. Es soll auch für PS4, Xbox One und die Switch erscheinen.

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