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Aug. 08, 2018 | 16:17 Uhr

In einem Interview spricht der Vize-Präsident für strategisches Wachstum von EA, Matt Bilbey, über die Zukunft des Unternehmens und die Zukunft der Gaming-Branche. Was erwartet uns?

Die Zukunft von EA: Im Interview mit gamesindustry.biz gab Bilbey einige Einblicke in die Zukunft von EA und ins generelle Gaming. Zu den wichtigsten Themen, die er anspricht gehören Streaming, Konsolen und die umstrittenen Lootboxen.

Electronic Arts Logo

EA verfolgt Ziele – mit moralischem Kompass

Die 2017 angestoßene Diskussion um Lootboxen in Spielen hat weite Kreise gezogen, die auch jetzt noch in vielen Spielen auftauchen. Grund für die Aufregung waren damals die Lootboxen in Star Wars Battlefront 2, die von Belgien aus europaweit verboten werden sollten.

Aus Battlefront gelernt: Bilbey sagt, das Unternehmen habe aus den Fehlern von Star Wars Battlefront gelernt (via gamesindustry.biz). Es gäbe ein internes Team, das sich darum kümmert, die Grundlagen für die Spielentwicklung neu zu dirigieren.

Im Moment befänden sich die Teams in einer Art Lernprozess. Es wird gelernt, wie EA Spiele designen will und welche Vorstellungen das Unternehmen von der Verpflichtung hat, Spiele fair und spaßig zu gestalten.

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Den Entwicklerteams soll mit einer Richtlinie geholfen werden – dem „moralischen Kompass“ von EA. Es soll schon früh in der Entwicklung ein Thema sein, wie das Spiel später seinen Live Service erhält, dazu gehören auch Lootboxen und dergleichen.

Die Teams arbeiten dazu mit Gamern zusammen. Mit den Design-Standards sollen für die Spiele Säulen wie Fairness, Wertschätzung und Spaß gewährleistet werden.

Löste die Debatte aus: Lootboxen in Battlefront 2

Streaming als Zukunft: Als eine der wichtigsten Stützen für die Zukunft sieht Bilbey allerdings insbesondere das Streaming. EA sei schon seit einer Weile dabei, sich in ein eigenes Streaming-System einzufuchsen und herauszufinden, wie so etwas funktioniert.

Dabei stehe EA noch vor einigen Schwierigkeiten. Wichtig dabei sei es, den Konsumenten das zu bieten, was sie wollen. Es sei nur ein Teil der Aufgabe, die Technologie zum Streamen zu entwickeln. Es sei auch wichtig, zu wissen, wie und warum Spieler spielen und neue Wege des Spielens zu ergründen.

Auch die Teilnahme von Streamern selbst sei dabei wichtig. Die Grundlage dafür, schnelles Internet, solle in den kommenden Jahren hoffentlich so weit Normalität sein, dass ein Einstieg für jeden möglich ist.

Origin Access Premier Titel

Origin und Access sind Anlaufpunkte fürs Spiele-Streaming.

Konsolen verschwinden und bleiben doch: Konsolen wie die Xbox One oder die PS4 werden laut Bilbey in Zukunft vermutlich quasi verschwinden. Statt eine Konsole zu Hause zu haben, werden die neuen Systeme einfach in bestehende integriert.

Bilbey hält es für wahrscheinlich, die Konsolengenerationen in etwa 10 Jahren in den Smart TVs oder den Smartphones integriert sein werden.

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Konsolen – in der Zukunft ein Bild der Vergangenheit?

VR – eine Art Nebensache: Das „Gaming der Zukunft“, als das die VR-Technologie zu Anfangszeiten gerne präsentiert wurde, sieht Bilbey Virtual Reality nur bedingt. Die Technologie wird auch im Gaming Bereich definitiv eine wichtigere Rolle spielen.

Allerdings erfordert sie für viele Spielemacher ein Umdenken, fort vom traditionellen Gaming. Bilbey sieht in VR und AR sogar die Möglichkeit für Lernspiele, da sich das Konzept gut auf Alltagssituationen als Spiel anwenden lasse.

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VR soll in Zukunft handlicher und angenehmer werden.

VR lasse viel Raum für Inspiration und gehe wohl über das Gaming, das wir heute kennen hinaus. Genau dort sei man aber noch: ehrgeiziges Denken statt mit Versprechen locken.


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