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Meinung
Dec. 19, 2018 | 10:30 Uhr

MeinMMO-Autor Robert hatte keine Lust, den immer wieder gleichen Content in Destiny 2 zu farmen, um irgendwann einmal bei der neuen Schmiede mitmachen zu dürfen. Er wagte die Rückkehr zum Vorgänger und hat sich direkt neu in Destiny 1 verliebt!

Darum spiele ich gerade kein Destiny 2 mehr: Mit dem Start der Schwarzen Waffenkammer habe ich mich wie Bolle auf neuen Content gefreut. Schließlich lief Forsaken bereits seit drei Monaten.

Ich wollte ausbrechen aus dem Hamsterrad der Meilensteine, die den Hütern die immer gleichen Aufgaben vor die Nase setzen, um im Powerlevel aufzusteigen.

Leider zwang mich auch die neue Völundr-Schmiede, zum Start der Black Armory erst einmal Meilensteine zu erledigen, bevor ich mich in den neuen Content stürzen durfte. Für mich war das, als hätte jemand hart auf die Bremse getreten und meine Motivation für Destiny 2 ruckartig zum Stoppen gebracht.

Nochmal den alten Kram durchkauen? Nein danke!

Destiny-Wellenspalter

Einige Tage der Verzweiflung vergingen, in denen ich mich partout nicht durchringen konnte, Destiny 2 zu starten.

Eines Abend entdeckte ich schließlich Destiny 1 auf meiner PS4, welches ich (vielleicht in weiser Vorausahnung) nie gelöscht habe. „Warum eigentlich nicht?“, dachte ich mir und startete nach langer Zeit wieder einmal Destiny 1.

So fühlen sich 16 Monate Destiny-Abstinenz an

Fühlt sich Destiny 1 nach langer Zeit immer noch gut an? Direkt nach dem Start des Spiels fühlte ich mich wie bei einem Besuch beim besten Kumpel, den man jahrelang nicht gesehen hat.

Man ist sich gleichzeitig fremd und vertraut, eine gefühlsmäßige Ambivalenz, die mich während der gesamten Spiel-Session begleitet hat.

destiny-director

Die Charakter-Wahl fällt automatisch auf den Titan. Er ist sowohl in Destiny 1 als auch Destiny 2 meine liebste Klasse und dabei der einzige Charakter, den ich in den Destiny 1 auf das damalige maximale Lichtlevel von 400 gebracht habe.

Alte Bekannte bei den Waffen: Der Aufruf des Charakter-Bildschirms erfüllt mich umgehend mit Wehmut. Wie viele andere Hüter bin auch ich hauptsächlich wegen der privaten Schmelztiegel-Matches lange in Destiny 1 geblieben.

Da ich mein Setup seit vielen Monaten nicht mehr geändert habe, lachten mich viele alte Bekannte an.

Destiny-Kein-Land-Außerhalb-119

Dazu zählt unter anderem „Kein Land außerhalb“, ein Scharfschützengewehr für den Kinetik-Slot, welches meine absolute Lieblingswaffe im Schmelztiegel war. Meine Skills damit waren bescheiden, eine größere Befriedigung hat mir jedoch keine andere Waffe verschaffen können.

Im Spezial-Slot war ich mit dem Wermut unterwegs, einer schnell feuernden Pistole. Pistolen sind (leider noch immer) die beste Wahl für den Spezial-Slot, weil Bungie die Spezial-Munition mehr oder weniger aus dem Schmelztiegel eliminiert hat.

Für mich gilt diese Änderung nach wie vor als der Sargnagel des Mehrspieler-Modus in Destiny 1.

Ich bin allerdings nicht zu Destiny 1 zurückgekehrt, um den Schmelztiegel aufzumischen, sondern um Aliens in den Hintern zu treten. Mein erster Stop ist daher der Turm und der Tresor, um mein Waffen-Arsenal nach brauchbarem Equipment zu untersuchen.

Spielt noch wer Destiny 1? Oh ja!

Großer Andrang im Turm: Zu meiner großen Überraschung konnte ich nach meiner Landung feststellen, dass der Turm proppenvoll war. Ganz offensichtlich gibt es immer noch Spieler, die von Zeit zu Zeit zu Destiny 1 zurückkehren.

Sogar einige Anfänger mit niedrigem Level konnte ich entdecken.

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So sieht der Turm zum Glück erst zum Start von Destiny 2 aus

Voller Nostalgie habe ich jedem Händler im Turm einen Besuch abgestattet (auch Cayde-6), meine exotischen Sammlungen durchstöbert und sogar neue Waffenaufträge beim Waffenmeister angenommen.

Zu guter Letzt erleichterte ich meinen Tresor um allerhand Schießeisen, die ich wieder ausprobieren wollte:

Destiny Schmelztiegel

Was nun? Zum Start werfe ich mich in die heroische Strike-Playlist, für die ich auch umgehend Mitspieler finde. Es geht gegen eine SIVA-verseuchte Abwandlung der Schar-Monstrosität in den Beschwörungsgruben auf dem Mond.

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Der Objekt der Begierde in Destiny 1: Die Imago-Schleife

Darum fühlt sich Destiny 1 anders an als Destiny 2: Ausgerüstet mit der Imago-Schleife und der Super-Schrotflinte Matador 64 mache ich mich auf in den Untergrund des Mondes, um einen riesigen Oger auszuschalten.

Das Waffenverhalten ist wie auch in Destiny 2 fantastisch, nach einer gewissen Zeit zeigen sich jedoch auch Unterschiede. So konnte ich nahezu den kompletten Strike mit meiner Primärwaffe absolvieren. In Destiny 2 greife ich häufiger zur Energie- oder Powerwaffe.

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Das war Atheon, der 1. Raidboss von Destiny.

Das liegt daran, dass in Destiny 1 Gegner mit gelbem Lebensbalken nur unwesentlich stärker sind als normale Gegner mit rotem Lebensbalken. Auch sind die Effekte gegnerischer Schilde marginal und lassen sich mit wenigen Schüssen ausschalten.

Für mich stellt Destiny 1 hier das flüssigere Spielerlebnis dar. Ich habe meine Imago-Schleife nur äußerst selten aus der Hand genommen.

Auch die Fähigkeiten laden in Destiny 1 deutlich schneller auf, fallengelassene Licht-Sphären haben zudem einen größeren Effekt auf die Super-Leiste.

Der Endkampf gestaltete sich als Herausforderung, Gegnerhorden und der dicke Oger setzten uns ordentlich zu. Nach dem Tod des Endbosses kam die Schatz-Kiste, die auch Destiny 2 sehr gut tun würde.

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Das Quest-System von Destiny 1

Mit Hilfe von Skelettschlüsseln lässt sich aus diesen Kisten Strike-spezifischer Loot gewinnen – eine Funktionalität, die Destiny 2 sehr fehlt und zu einer nahezu ausgestorbenen Strike-Playlist führt.

Auch das Quest-System mit dem speziellen Menü-Tab spricht mich deutlich mehr an als die Flut an bedeutungslosen Aufträgen im Nachfolger. Ich habe tatsächlich noch eine offene Quest-Reihe, in der ich weitere Strikes spielen darf.

Destiny-Omnigul

Lässt jeden Kreischer vor Neid erblassen: Omnigul

Es geht gegen Omnigul, die Hexe, die sich garantiert für Dutzende Tinnitus-Erkrankungen und Alpträume verantwortlich zeichnet. Omnigul ist legendär, nicht nur wegen Ihr durchsetzungsstarken Stimme. Ein Dämmerungs-Strike mit ihr und Arkus-Versengen zählte zu den härtesten Aktivitäten, denen man sich in Destiny 1 stellen konnte.

Später wurde die arme Hexe zum simplen Farm-Objekt degradiert, um eines der besten Impulsgewehre der damaligen Zeit zu erlangen – den Griff von Malok.

Leider hat mir die Spielersuche keine Mitspieler hinzugelost, wodurch ich erst einmal allein ans Werk musste. Und Wow, hatte ich einen Spaß. Fünfzehn Minuten intensives Gemetzel später landete ich schließlich bei der fliegenden Dame.

Nachdem ich die Hexe ein wenig bearbeitet hatte, erbarmten sich endlich zwei Mitspieler und gesellten sich beim finalen Kampf hinzu.

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Im Verlauf des Strikes sind mir auch hier signifikante Unterschiede zum Nachfolger Destiny 2 aufgefallen. Strikes in Destiny 1 sind intensiv, kurzweilig, actiongeladen. In Destiny 2 legen die Hüter deutlich mehr Wegstrecke zurück bei zumindest gefühlt deutlich weniger Gegnern.

Diese künstliche Streckung sorgt dafür, dass Strikes in Destiny 2 deutlich länger dauern. Ein Umstand, der sich ebenfalls negativ auf die Strike-Playlist auswirkt.

destiny-map

Ja, so sahen die Karten mal aus

Gibt es weitere Momente, die in Destiny 2 fehlen? Ich war keine fünf Minuten im Turm unterwegs, da wurde ich von einem Level-12-Spieler in den Einsatztrupp eingeladen. Das hat mich so schockiert, dass ich im ersten Moment gar nicht wusste, was ich tun sollte.

Kurzerhand bin ich dem Neuling aus Neugier dann doch beigetreten. Der Hüter benötigte ganz offensichtlich Hilfe in der Mission Sperrgebiet, noch so ein Klassiker. Die erste Begegnung mit den Weltraum-Schildkröten war Design-technisch keine Offenbarung, dennoch dürften sich noch zahlreiche Veteranen an die Mission erinnern.

Dust palace Destiny

Concept Art des Staubpalastes auf dem Mars

Die heroische Ausführung galt für eine lange Zeit als der Glimmer-Farmspot schlechthin. Auch kill-basierte Quests ließen sich in dieser Mission hervorragend abschließen. Nach erfolgreichem Abschluss der Mission bedankte sich der Hüter artig und ging wieder seiner Wege. Eine Erfahrung, die ich bisher in Destiny 2 nicht gemacht habe.

Ich kann es gar nicht erwarten, Destiny 1 erneut einen Besuch abzustatten. Denn ob gewollt oder nicht – wir stehen im Krieg mit den Kabalen auf dem Mars. Also lasst uns ihr Kommando eliminieren, einen nach dem anderen. Valus Ta’aurc.

Soweit ich weiß, befehligt er die Belagerungstänzer aus einem imperialen Landpanzer vor Rubikon. Er ist gut geschützt, aber mit dem richtigen Team können wir die Verteidigung knacken. Dann erledigen wir das Biest und holen uns Freistadt.

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Lohnt sich die Rückkehr nach Destiny 1? Das hängt ganz davon ab, ob Ihr Mitstreiter im Gepäck habt oder nicht. Die Spielerbasis ist zugegebenermaßen massiv ausgedünnt, was sich aufs Matchmaking für PvE- sowie PvP-Aktivitäten niederschlägt. Der Gedanke an ein Wiedersehen mit Atheon, Crota oder Oryx lässt mein Hüter-Herz jedoch höher schlagen.

Wer also mal wieder in Erinnerungen schwelgen möchte, sollte Destiny 1 unbedingt einen Besuch abstatten, es lohnt sich! Vielleicht läuft man sich ja zufällig am Eingang der Gläsernen Kammer über den Weg.

Habt Ihr auch schon einen Abstecher zu Destiny 1 in Erwägung gezogen?

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