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Mar. 21, 2019 | 10:30 Uhr

Haben früher Hüter sehnsüchtig auf Content gewartet, so wartet mittlerweile bei Destiny 2 der Content auf die Hüter. Doch trotz der vielen Möglichkeiten, seinen Hüter zu beschäftigen, ist längst nicht jeder glücklich. Auch nicht unser Autor Sven.

Das ist aktuell die Situation in Destiny 2: Wer den Annual Pass bei Destiny 2 besitzt, hat in Season 6 alle Hände voll zu tun. Mit Gambit Prime und Abrechnung sind nun weitere Modi hinzugekommen, die Woche für Woche für mehr Abwechslung im Endgame sorgen sollen.

Doch Destiny 2 befindet sich mittlerweile in einer komischen Situation. Wer momentan alle wöchentlichen und täglichen Aufgaben und Meilensteine abreißen möchte, kommt im Prinzip kaum noch hinterher – selbst wenn man nur einen Hüter spielt.

Die Liste der Möglichkeiten ist enorm. Raids, Nightfalls, heroische Missionen und Abentuer, die Gambit-Modi, das PvP, Primus-Engramme und mehr – überall lässt sich Fortschritt erzielen, viele Aktivitäten sollen Spaß und Abwechslung fördern.

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Eigentlich sollte so ziemlich jeder Hüter glücklich sein. Schließlich haben große Teile der Community genau danach gefragt. Es sollte ständig etwas zu tun geben. Doch auch mit diesen vielen Möglichkeiten ist längst nicht jeder zufrieden.

Was bedeutet der viele Content für die Spieler?

Beste Zeit für Neulinge oder Rückkehrer: Wer jetzt mit Destiny 2 anfangen oder nach längerer Abstinenz mal wieder reinschauen möchte, wird förmlich mit Content erschlagen – Annual Pass vorausgesetzt.

Denn nach den anfänglichen Content-Flauten und zahlreichen Umbau-Maßnahmen bietet Destiny 2 in seinem zweiten Jahr mit Forsaken und dem Annual Pass mittlerweile ein riesiges Gesamt-Paket, das neue Spieler, aber auch Rückkehrer, für hunderte Stunden unterhalten kann, ohne langweilig zu werden.

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Mehr Möglichkeiten im Endgame: Auch zahlreiche Spieler, die bereits länger dabei sind, sind mit dieser Vielfalt zufrieden.

Früher war bereits wenige Stunden nach dem Weekly Reset Schluss mit Fortschritt. Man konnte Destiny 2 im Prinzip bis zum nächsten Reset zur Seite legen. Das hat sich nun geändert. Man hat nun fast die gesamte Woche über irgendwelche Meilensteine oder Aktivitäten, mit denen man seinen Hüter verbessern könnte.

Wer das neue Power-Level-Cap jagt, hat also theoretisch so viele Möglichkeiten wie nie, Fortschritt zu erzielen.

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Das kritisieren zahlreiche Hüter: Doch für viele andere passionierte Spieler klingt das nur auf den ersten Blick so positiv. Genau hier sehen zahlreiche Core-Gamer sogar zunehmend ein Problem, auch ich persönlich.

Denn seit dem Launch von Forsaken bewegt man sich nur im Rahmen des Meilenstein-Systems, wenn man Fortschritt erzielen möchte. Seit nunmehr drei Seasons gab es da keine wirkliche Veränderung oder spannende Neuerung. Viele gestandene Spieler sind ausgebrannt und können die immer gleichen Aufgaben wie Aszendenten-Herausforderungen oder Flashpoints nicht mehr sehen.

Hinzu kommt das Problem, dass neue Modi wie Gambit Prime oder Abrechnung längst nicht jedermanns Sache sind. Hat man daran keine Freude, so ist man im Prinzip dazu verdammt, immer wieder die alten bekannten Meilensteine im alten Content abzugrasen, die vielen bereits zum Hals heraushängen. Somit ist die theoretische Vielfalt für viele in der Praxis dann gar nicht wirklich vorhanden.

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Dabei zwingen zahlreiche Meilensteine die Spieler in Aktivitäten, die sie gar nicht spielen möchten. Gambit konnte ich noch nie wirklich etwas abgewinnen, mit Gambit Prime hat sich daran nichts geändert. Auch Abrechnung mag ich mit seiner sterilen Umgebung nicht besonders. Es führt aber leider kein Weg dran vorbei, wenn man das Maximum aus der Woche holen möchte.

Zudem entfällt für mich und viele andere jeglicher Anreiz, überhaupt noch Fortschritt zu erzielen. Denn in Season 6 gab es zwar erneut einen Anstieg im Power-Level von 650 auf 700, doch bis 640 kann man die Lücke nun innerhalb weniger Stunden mit speziellen Beutezügen des Vagabunden problemlos schließen. Alles, was es braucht, ist ein Level-50-Charakter.

Darüber hinaus ist das Pushen des Power-Levels für viele nun einfach obsolet geworden. Abrechnung ist in dieser Saison der einzige Modus, der ein Power-Level jenseits von 650 erfordert. Kann man diesem Modus, so wie ich, jedoch nichts abgewinnen, dann hat man absolut keinen Grund, das Power-Level zu erhöhen.

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Für mich persönlich bedeutet das: nachdem ich mir die Dorn geholt habe, werde ich mich diese Saison wohl nur auf das PvP und die Raids beschränken. Da habe ich mir ehrlich gesagt deutlich mehr erhofft. Konnten mich die Schmieden und der neue Raids in der letzten Saison noch zum Leveln und Grinden motivieren, so ist mir nun zum ersten Mal in Destiny der Anstieg des Power-Levels absolut egal.

Das wünschen sich die Spieler: Viele wünschen sich mittlerweile, dass man auch beständig Fortschritt außerhalb des starren Meilenstein-Systems erzielen könnte – beispielsweise in normalen Strikes, bei Händlern, in der offenen Welt oder in verschiedenen Events wie dem Eskalations-Protokoll. Auch ich würde ein solches System sehr begrüßen.

So könnte jeder wirklich das spielen, was ihm am meisten Freude in Destiny 2 bereitet, und könnte trotzdem noch seinen Hüter spürbar voranbringen. Der Abwechslung und Vielfalt würde es in meinen Augen mehr als gut tun.

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Dieser Wunsch ist auch Bungie nicht entgangen. Der Community Manager Cozmo23 merkte an, dass er dieses Anliegen definitiv an das Entwickler-Team weitertragen wird.

Zudem wünschen sich zahlreiche Hüter, dass die Erhöhung des Licht-Levels endlich einen tieferen Sinn bekommt. Denn wenn der Anstieg lediglich auf eine einzige Aktivität abzielt, die dabei rein optional ist und von vielen gar nicht erst gespielt wird, erübrigt sich in den Augen zahlreicher Fans der Sinn eines solchen Systems.

Bungie hat offenbar große Pläne für die nächste Saison. Ich hoffe wirklich, dass sich an den kritisierten Aspekten etwas ändert. Ansonsten könnte Destiny 2 meiner Meinung nach auch mit eigentlich ausreichend Content ein langfristiges Content-Problem bekommen.

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Wie seht Ihr die Sache? Macht Euch Destiny 2 mit seinem aktuellen Content glücklich? Oder wünscht Ihr Euch Veränderungen?

von Sven
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