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Meinung
Apr. 01, 2019 | 11:58 Uhr

Das aktuelle Kapitel von Dead by Daylight hat einen der interessantesten Killer bisher. Auch wenn der wortwörtlich zum Kotzen ist, findet Cortyn.

Knapp zwei Wochen ist es nun her, dass der neuste Killer in Dead by Daylight veröffentlicht wurde. Das elfte Kapitel „Demise of the Faithful“ brachte einen Killer mit frischen Mechaniken und einer großen Portion Ekel-Faktor in das asymmetrische Survival-Spiel. Nach einer recht langen Spielphase komme ich zu dem Schluss: Der religiöse Killer „The Plague“ macht alles richtig.

The Plague bringt frischen Wind in Dead by Daylight

The Plague macht vieles anders als bisherige Killer in Dead by Daylight und das beginnt schon bei ihrer Hintergrundgeschichte. Im Gegensatz zu allen anderen Killern stammt The Plague nicht aus den letzten Jahrzehnten, sondern hat ihren Ursprung vor mehreren tausend Jahren.

Sie war die Hohepriesterin eines Tempels. Ihr Volk hatte mit einer Seuche zu kämpfen, die letztendlich auch sie selbst dahinraffte.

Kurz bevor sie starb, schickte sie ein letztes verzweifeltes Gebet an ihre Gottheit. Es antwortete aber jemand anderes: Der mysteriöse Entitus, der sie zu einem Killer in seiner Welt machte.

Dead by Daylight Plague Lore Picture 1
The Plague war eine heldenhafte Priesterin – bis sie selbst infiziert wurde.

Diese einzigartigen Spielmechaniken nutzt The Plague

Als besondere Fähigkeit kann sie nämlich – und das ist kein Witz – kotzen. Der grüne Strahl infiziert getroffene Überlebende, aber auch Objekte wie Generatoren, Paletten oder Totems.

Kommen Überlebende mit dem grünen Zeug in Kontakt, werden sie infiziert und die Inkubation beginnt. In dieser Zeit husten die Überlebenden, haben aber sonst noch keine Einschränkungen. Wenn Überlebende allerdings arbeiten (also etwa rennen oder reparieren), dann schreitet die Inkubation voran, bis der Überlebende vollständig von der Seuche erfasst ist. Das hat gleich mehrere Effekte:

  • Der Überlebende ist permanent „broken“ – also angeschlagen und geht mit einem Treffer zu Boden. Er kann nicht von anderen Überlebenden geheilt werden.
  • Der Überlebende hustet und übergibt sich selbst in unregelmäßigen Abständen, was gut hörbar ist, zusätzlich zum permanenten Blutverlust.
  • Wenn ein verseuchter Überlebender mit Objekten in Kontakt kommt, werden diese ebenfalls zu Krankheitserregern. Er verseucht nicht nur Generatoren, Fenster und Paletten, sondern auch seine Mitspieler.
  • Infizierte wie auch vollständig Erkrankte können mit auf der Karte verteilten Brunnen interagieren, um sich von der Krankheit zu befreien und dabei vollständig zu heilen.

Alternativer Angriff durch verseuchte Brunnen

Besonders der letzte Punkt eröffnet aber weitere Gameplay-Mechaniken für den Killer. Denn wenn ein Überlebender einen Brunnen verwendet, dann wird dieser verseucht und kann nun vom Killer benutzt werden.

Das wiederum führt dazu, dass der normale grüne „Kotz-Angriff“ für eine knappe Minute durch einen roten Schwall aus kochendem Blut ersetzt wird.

Dieser infiziert zwar keine Spieler und Objekte mehr, verursacht bei einem Treffer stattdessen direkten Schaden! Da ein einziger Schwall mehrere Spieler gleichzeitig treffen kann, lassen sich gleich mehrere Überlebende zugleich ausschalten.

The Plague hat ein hohes Skillcap

So einfach, wie sich das nun vielleicht liest, ist der Umgang mit dem neusten Killer allerdings nicht. Denn wer wirklich erfolgreich sein will, muss den Kotz-Angriff des Killers meistern. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein simples Projektil, sondern einen vergleichsweise langsamen Strahl mit rasch abflachender Flugbahn. Nur wer geschickt über Objekte und „in den Lauf“ der Überlebenden zielt, der trifft und kann die Seuche verbreiten oder direkten Schaden verursachen.

Geübte Killer schaffen es so, mit nur einem einzigen grünen Schwall einen Überlebenden direkt von „gesund“ auf „verseucht“ zu bringen, wodurch nur noch ein rascher Nahkampfangriff notwendig ist, um den Spieler zu Boden zu schicken.

Gleichzeitig können geschickte Überlebende allerdings Deckung suchen oder unerfahrene Killer durch Zick-Zack-Laufen daran hindern, überhaupt einen Treffer mit der Seuche zu landen.

Die Balance ist einfach geglückt.

The Plague entschädigt für Legion

Allerdings muss man auch Erwähnen, dass es für „The Plague“ recht einfach war, mich zu begeistern. Denn das vorangegangene Kapitel brachte den Killer „Legion“ der sich schon nach kurzer Zeit als Flop herausstellte.

Legions Spielweise ist langweilig und macht keinen Spaß – weder dem Killer, noch den Überlebenden. Seine Fähigkeiten und Addons erlauben ziemlich genau einen Spielstil (mit sehr geringen Variationen).

The Plague ist da anders. Grundsätzlich kann man zwei verschiedene Spielstile anstreben. Entweder, man konzentriert sich auf das Verseuchen der Gegner und das Aufrechterhalten viele Krankheiten oder man wechselt möglichst schnell und häufig zum Fernangriff, der Schaden verursacht. Unterschiedliche Perks und Addons erlauben es, die Spielweise weiter anzupassen und sogar heimlich zu agieren oder Fallen in Form von verseuchten Objekten auszulegen.

Dead by Daylight Plague Face

Zusammengefasst ist „The Plague“ ein richtig gut durchdachter, anspruchsvoller und interessanter Killer geworden, den Dead by Daylight dringend gebraucht hat.

So viel Spaß hat mir das Ankotzen von Leuten nicht mehr gemacht, seit ich in Left 4 Dead in die Haut eines aufgedunsenen Boomers schlüpfen durfte – und das ist ein ziemlich hoher Maßstab.

Wie gefällt Euch der Killer „The Plague“? Habt ihr euch schon an dessen Fähigkeiten gewöhnt und kommt damit zurecht? Findet ihr die Fähigkeiten zu mächtig oder gar zu schwach?

Übrigens: Dead by Daylight kommt bald auch auf die Nintendo Switch!

von Cortyn
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