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Aug. 01, 2018 | 10:52 Uhr

Einem Spieler ist bei Call of Duty: World War II eine Ausnahme-Leistung gelungen. Mehr als 7.600 Kills gehen dort mittlerweile auf sein Konto – und das, obwohl er blind ist.

Eine Ausnahme-Leistung: Der YouTuber „tj the blind gamer“ hat vor Kurzem seine Errungenschaften auf Reddit geteilt und berichtete dabei, dass er bei Call of Duty: World War II mittlerweile mehr als 7.600 Kills zu verzeichnen hat. Einige mögen denken, dass sei nicht wirklich etwas Besonderes. Ist es in diesem Fall aber doch, denn TJ sieht nichts vom Spiel. Er ist blind.

Wie hat er diese Meisterleistung vollbracht? Das hat er nun in einem Interview mit Kotaku verraten.call-of-duty-ww2-02

Headset und hilfreiche Ingame-Features machen das Spielen möglich

Bereits zuvor begeisterter CoD-Fan: Schon bevor er sein Sehvermögen verlor, war TJ ein begeisterter Call-of-Duty-Spieler. Der mittlerweile 19-Jährige begann seine CoD-Karriere im Alter von 8 Jahren im „World at War“-Zombie-Modus, schwenkte dann auf den Multiplayer von Modern Warfare 2 um. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits auf einem Auge blind und trug eine Brille.

Er spielte das Call-of-Duty-Franchise weiter bis Black-Ops 2, kehrte aber zu Black Ops 3 zurück, obwohl er da bereits auf beiden Augen seine Sehkraft verloren hatte.

CoD TJ

tj the blind gamer

Headset und hilfreiche Perks sind das Geheimnis

Wie spielt man, ohne was zu sehen? Die Umstellung war seinen Worten zufolge wirklich hart. Er war es nicht gewohnt, ein Headset zu nutzen. Doch darauf war er nun in höchstem Maße angewiesen. Denn Umgebungsgeräusche, wie zum Beispiel das Summen einer Lampe oder Waffensounds, sowie einige Settings und Perks in Black Ops 3 dienen als zufällige aber große Hilfe für viele eingeschränkte Spieler:

  • So kann beispielsweise der Perk „Awareness“ das Geräusch und die Hörweite der feindlichen Schritte verstärken.
  • „Sixth Sense“ erzeugt einen Audio-Effekt für Spieler mit eingeschränkter Sehkraft und einen visuellen Effekt für gehörlose Fans.
  • Und der Perk Tracker hilft Spielern mit schlechtem Sehvermögen.

Auch der kürzlich hinzugefügte Alexa Skill erweist sich als äußerst hilfreich. Dadurch ist es möglich, Sprach-Input zu geben und zu empfangen. Alexa, so TJ, hilft dabei, mehr Informationen auf nicht-visuellem Wege zu erhalten.call-of-duty-ww2-04

Was kann Call of Duty besser machen? Als TJ gefragt wurde, wie Activision das Call-of-Duty-Erlebnis für Spieler mit eingeschränktem Sehvermögen zugänglicher machen könnte, äußerte er zahlreiche Ideen.

So würde er sich sich für alle Objectives im Spiel einen eigenen Audio-Effekt wünschen. So würden Flaggen, Marken oder Bomben ein konstantes Audio-Signal senden, so dass betroffene Spieler sie leichter finden könnten.

Auch eine Screen-Reader-Funktion wäre wünschenswert. Dadurch könnte der gesamte Text auf dem Bildschirm vorgelesen werden. Denn aktuell sind Blinde oder Spieler mit schlechtem Sehvermögen darauf angewiesen, dass Texte, wie Waffennamen, ihnen von einer anderen Person vorgelesen werden.call-of-duty-ww2

Was hat TJ in Zukunft noch vor? Kurzfristig will er die 10.000 Kills knacken. Denn er habe noch von keinem Blinden gehört, der das erreicht hat. Außerdem hofft er, der erste blinde Spieler zu werden, der das Master-Prestige-Level in Call of Duty: WW II erreicht.

Und wenn er mal nicht in Call of Duty unterwegs ist, dann spielt er gerne Diablo 3 – ein Spiel, was seinen Worten zufolge besonders zugänglich für Fans mit eingeschränkter Sehkraft ist.

Übrigens: Falls Ihr mehr über TJ erfahren wollt, könnt Ihr seinem YouTube-Kanal einen Besuch abstatten.

von Sven
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