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Dec. 29, 2018 | 20:00 Uhr

Die dystopische Serie Black Mirror hat einen neuen Film namens „Bandersnatch“ veröffentlicht. Der interaktive Film lässt den Zuschauer entscheiden, wie die Story verläuft. Unsere Leya hat den Film durchgespielt und findet, dass alle Gamer sich Bandersnatch anschauen sollten.

Was ist Black Mirror? Die britische Science-Fiction-Serie spielt mit unseren Ängsten und hält uns einen tiefschwarzen Spiegel vor das Gesicht. Jede Episode ist ein abgeschlossener Kurzfilm, der uns mit den Auswirkungen von Technologie und Medien auf uns als Gesellschaft konfrontiert. Black Mirror ist auf Netflix zu finden.

Was an Bandersnatch anders ist: Das von den sonstigen Staffeln losgelöste Weihnachtsspecial „Bandersnatch“ ist etwas ganz Besonderes. Der interaktive Film besitzt verschiedene Szenarien und Enden, durch die ich den Protagonisten leite wie eine Marionette.

Am unteren Bildschirmrand tauchen an bestimmten Stellen des Films jeweils zwei Optionen auf, aus denen ich wähle und das Schicksal des Protagonisten bestimme.

Bandersnatch ist ein Film, den ich wie ein Game durchspiele

Im Verlauf des Films ist es nicht schwierig herauszufinden, worauf der eigentliche Aufhänger des Plots hinausläuft. Das ist aber nicht schlimm. Viel beeindruckender ist das „Wie“ in Bandersnatch. Wie ich diesen Film erlebe, lässt sich mit keinem anderen Film vergleichen. Ich bin aktiv dabei.

Ein emotionales Erlebnis: In meinen Entscheidungen quäle ich den Protagonisten immer durch die schlimmst mögliche Option. Jedes mal fühle ich mich schlecht, ihm das Leben so schwer zu machen. Aber ich will einfach wissen, was die Quälerei mit ihm und der Geschichte macht. Es passt zu Black Mirror.

Diese Gefühle konnten bisher nur Games in mir auslösen. In Spielen hinterfrage ich öfter meine Handlungen und bin viel persönlicher betroffen. Denn ich bediene die Figuren. Das ist mit ein Grund, warum ich spiele so liebe.

Bandersnatch1

Bekannte Probleme: Wenn Ihr schon mal ein Spiel von Telltale (The Walking Dead) oder Quantic Dream (Detroit Become Human) gespielt habt, werdet Ihr Euch im „Gameplay“ von Bandersnatch direkt zu Hause fühlen. Diese Spiele sind nämlich wie interaktive Filme aufgebaut, in denen Ihr auch Entscheidungen für die Figuren trefft. Nur gibt es hier noch „Quick-Time-Events“, in denen Ihr schnell die Tasten drücken müsst in Action-reichen Szenen. Das fällt in Bandersnatch weg.

Diese Spiele geben mir die Illusion, dass ich komplett den Verlauf der Geschichte bestimme. In Wirklichkeit läuft es aber auf ein globales Ende hinaus, das sich in unterschiedlichen Szenarien ein wenig unterscheiden kann. Genau diese Illusion gibt Bandersnatch mir auch. Es gibt einige Verläufe, die einfach vorherbestimmt sind, an denen ich nicht rütteln kann.

Eine Richtung für Filme, die Gamern gefallen könnte

Bandersnatch als Experiment: Die Richtung, die der Kurzfilm eingeschlagen ist, finde ich unglaublich spannend. Mir gefällt dieses interaktive Filmerlebnis, bei dem ich so stark mitfiebern kann und auch ein Stück von mir selbst im Film hinterlasse.

Das Konzept eines interaktiven Films ist sicher noch ausbaufähig, aber Bandersnatch ist als Experiment schon ziemlich richtungsweisend.

Ich empfehle jedem Gamer, sich Bandersnatch mal anzuschauen. Oder durchzuspielen, je nachdem, wie man es betrachten will. Es ist einfach die Art von Unterhaltung, die uns als Gamer anspricht.

Falls Ihr aber dann doch lieber passiv eine gute Serie sehen möchtet, haben wir da ein paar Tipps aus 2018:

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