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Feb. 21, 2019 | 09:54 Uhr

Das neue Action-RPG Anthem ist in einem Headstart schon spielbar. Unser Autor Schuhmann sagt: Das ist viel besser, als ich dachte. Es ist so, als spiele ich ein modernes MMORPG, bei dem ich nur Instanzen laufe.

Das ist meine These: Im Gegensatz zu vielen Testern, die Anthem als „Lootshooter“ sehen und es mit Spielen wie Destiny, The Division und Warframe vergleichen, sehe ich Anthem als eine Art „MMORPG light“. Als ein MMORPG, in dem man immer auf den „Suche nach Gruppe“-Button drückt.

Anthem ist für mich so, als hätte sich BioWare 2012 überlegt, wie MMORPGs 2020 aussehen könnten und dann sind sie bei Anthem gelandet.

Sie haben vieles weggelassen, was wir mit MMORPGs heute verbinden, vor allem das „Massively“ ist weg und Nebenaktivitäten gibt es auch nicht. Aber dafür steht die zentrale Coop-Erfahrung, mit 4 Mann eine Mission zu laufen, im Vordergrund.

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Der Storm ist der fliegende Elementar-Magier von Anthem – und der Javelin meiner Wahl.

Das hab ich bisher in Anthem gemacht: Laut Origin hab ich 11 Stunden in Anthem verbracht. In der Zeit habe ich es bis auf Lvl 18 geschafft, zig Missionen und Nebenmissionen abgeschlossen und die erste Festung bezwungen.

Ich häng bei der Hauptstory aber an der Grind-Quest fest, die bekomm ich mit meiner These im Moment nicht vereinbart. Da muss ich noch 14 Schatztruhen finden – und hatte bisher noch keine Lust, so rumzugrinden. Alles andere bis dahin, hab ich aber abgegrast: Es gibt neben der Hauptquest noch 3 Questlinien der Fraktionen.

Ich bin also etwa zu zwei Dritteln durch und am Ende des Midgames angekommen. Ich kann noch nichts zum Endgame und zu den Loot-Systemen sagen. Ich nehm einfach die Items mit dem höchsten Level – wie ich es in einem MMORPG auch tun würde, in dem ich gerade einen Char nach oben spielen.

Im Gegensatz zu professionellen Testern und Streamern, die Anthem arbeiten müssen, hab ich nach Feierabend jeden Tag etwa 2 Stunden gespielt: Ich hab also eine deutlich entspanntere Spielerfahrung.

anthem-storm-ultima
Skills sind eine große Damage-Quelle, während man hochlevelt.

So hab ich Anthem gespielt: Ich war solo unterwegs mit dem Storm, einer Art „Magier-Javelin.“ Ungefähr nach 4 Tagen hab ich auch mal einen Guide zum Storm gelesen und erfahren, dass ich eigentlich die ganze Zeit hätte schweben sollen, denn dann bekomme ich einen Bonus-Schild und bin allgemein viel cooler. Ups.

Das Interessante ist, dass „Solo-Spielen“ in Anthem eigentlich so ist, als spielt man ein MMORPG und läuft da nur Instanzen mit einem „Looking for Group“-Tool. Denn vor jeder Mission bekommt man 3 Teammitglieder zugelost, die mit einem unterwegs sind.

Während ich in „normalen“ MMORPGs also solo queste, um mich nach oben zu arbeiten, laufe ich in Anthem 4er-Missionen, die im Prinzip „Instanzen“ sind, aber anders aufgebaut. Man ist ein bisschen freier.

Anthem Haluk angry
NPCs wie Haluk (links) oder Faye sind ziemlich kaputt, aber charmant.

So hab ich am Schwierigkeitsgrad gedreht: Ich hab den ersten Tag Anthem auf „Normal“ gespielt – in der Einstellung sind die Missionen zu viert aber lächerlich einfach und man flitzt durch, ohne wirklich zu merken, was man da machen soll.

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Also hab ich später die Missionen auf „schwer“ geschaltet, dann machen die Gegner etwa 50% mehr Schaden und halten 50% mehr aus – das Spiel ist dann deutlich besser.

Im Free Play, wo man eher solo unterwegs ist, und in der Festung schalte ich aber auf „Normal“ zurück – so hart bin ich dann doch nicht.

Anthem-Titan

Das macht Anthem so gut: In meinem Kopf spiele ich Anthem nicht als „Lootshooter“, sondern als MMORPG light, indem ich ständig den „Für Instanz anmelden“-Button drücke.

Gegenüber den MMORPGs, die ich so kenne, hat Anthem einige Vorteile:

  • das Gameplay ist richtig cool – der reine Kampf-Loop mit Fähigkeiten, ballern, springen und fliegen hat viel mehr Action als in einem typischen MMORPG
  • das Matchmaking ist instant – es gibt kaum Wartezeiten im Spiel, wenn es mal losgeht. Von den langen Ladescreens bleibe ich dank SSD verschont. Aber sobald eine Mission startet, ist eigentlich 15 Minuten Action.
Anthem-Ranger-Fliegen
Wichtiges Element von Anthem: Von Punkt zu Punkt fliegen, macht richtig Laue.
  • es macht Spaß zum nächsten Punkt zu fliegen – normalerweise ist in MMORPGs die Zeit zwischen zwei Kämpfen öde, man latscht da halt hin. Bei Anthem fliege ich wie Iron-Man zum nächsten Punkt
  • weniger schlauchartige Kämpfe – in MMORPGs sind Instanzen schlauchartig. Man weiß genau, wer das nächste Gegnerpack ist und frühstückt das ab. Bei Anthem sind Kämpfe zersplittert, die Leute machen da ihr Ding. Das kann aber im Endgame anders werden.
  • die Präsentation ist stark – die Charaktere sind auf Deutsch vertont, die Grafik ist wirklich gut. Figuren wie Brin (sie hasst einfach Skar) oder Owen (bisschen kaputt, aber gut gelaunt) empfinde ich als wirklich gelungen
anthem-ranger-colossus
Colossus und Ranger hab ich mit Level 18 schon freigeschaltet, aber noch nicht gespielt.

So funktionierte mein Ansatz in der Praxis: Die ersten 11 Stunden habe ich mit der Geisteshaltung, „Anthem ist ein MMORPG, bei dem ich immer auf Gruppen suchen drücke“ echt gute Erfahrungen gemacht.

Ich bin gespannt, wie es im Endgame ist. Aber die erste Woche und die ersten 11 Stunden haben mich ausgezeichnet unterhalten bisher.

Ich hab etwa noch gar nicht die anderen Javelins ausprobiert – aus der Demo weiß ich aber, dass sich die völlig anders spielen als mein Storm.

Die 15€, die ich für den Zugang bezahlt habe, sind bei mir an Unterhaltung schon locker wieder drin. Wie das Spiel dann nach 30 Stunden ist, wird man sehen. Ich freu mich jedenfalls drauf und geh dann heute Abend mal Schatztruhen suchen.

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von Schuhmann
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