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Meinung
Feb. 19, 2019 | 11:09 Uhr

Die Gegner in Anthem könnten dem ein oder anderen Spieler bekannt vorkommen. Das liegt daran, dass die meisten Archetypen aus Mass Effect stammen.

In den letzten Tagen habe ich mich mit ein paar Freunden in Anthem gewagt und Gebrauch vom „Early Access“ gemacht. Auch wenn einige Bugs das Spiel noch trüben, macht es jede Menge Spaß. Doch man kommt nicht drumherum, zahlreiche Parallelen zu Mass Effect zu ziehen, denn in vielen Aspekten sind die Spiele identisch.

Viele Gegner in Anthem stammen aus Mass Effect

Besonders auffällig ist das vor allem bei den verschiedenen Gegnertypen. Bei vielen der Gegner handelt es sich um Feinde, die auch bereits aus Mass Effect bekannt sind, nur etwa in einem neuen Gewand.

So gab es in Mass Effect 3 etwa einen Gegner, der „Nemesis“ hieß – das war ein Scharfschütze, der über Schild-Energie und Lebenspunkte verfügt. Wird man von der Nemesis ins Visier genommen, dann sieht man am Bildschirmrand den Ziellaser, der sich langsam auf den Spieler fokussiert und dabei sogar ein deutliches Warnsignal gibt, bevor der Schuss abgefeuert wird. Das ist identisch mit dem Vorgehen der Scharfschützen der Scar.

Ebenfalls in den Sinn kommen mir diese fliegenden Gegner, die sich in eine Schutzbarriere hüllen und damit über das Schlachtfeld schweben. Erst wenn die Barriere zerschossen wird, verlieren sie das Gleichgewicht und stürzen zu Boden. Dann sind sie für einige Sekunden anfällig für „richtigen“ Schaden, bevor ihre Barriere regeneriert und sie sich erneut in die Lüfte schwingen. Ich habe keine Ahnung, wie dieser Gegnertyp heißt, denn in meinem Kopf ist das ein „Kett Ascendant“ aus Mass Effect: Andromeda – der hat nämlich exakt das gleiche getan.

Mehr zu den Feinden in Anthem haben wir hier für Euch.

Dann gibt es da noch diesen großen, Gorilla-artigen Gegner, den wir instinktiv „Brute“ getauft haben – denn er agiert bis auf kleine Änderungen wie ein Brute aus Mass Effect. Er stürmt an, stampft wütend auf dem Boden auf und schleudert Spieler zur Seite. Nur Steine kann er auch noch werfen, damit man mit der Möglichkeit des Fliegens nicht in Sicherheit ist.

Auch bei den großen grauen Gegnern der Dominion, den Valkyries (den Namen weiß ich nur, weil ich ihn in der Redaktion erfragt habe), dachten wir Mass-Effect-Veteranen sofort an Banshees aus Mass Effect 3. Da hatten sie aber noch eine deutlich coolere „Onehit“-Animation.

Mass Effect 3 Banshee Asari

Natürlich ist Anthem kein Mass Effect und es spricht auch nichts dagegen, bekannte und bewährte Arten von Gegnern neu zu verwerten. Es ist jedoch sehr auffällig, dass die Gegnertypen sich im Großen und Ganzen genau so verhalten, wie ihre Gegenstücke aus dem RPG.

Im Discord sorgte das dafür, dass wir uns nur die Namen der aus Mass Effect bekannten Gegner zurufen und uns nur schwer an die Namen aus Anthem gewöhnen – dafür sind die Gegner sich einfach zu ähnlich.

Das Kombo-System wurde 1:1 übernommen

Auch das Kombo-System ist nicht wirklich neu, auch wenn es von vielen Spielern gefeiert wird. Wer schon einmal Mass Effect 3 oder Andromeda gespielt hat (egal ob Solo- oder Multiplayer), der wird das System bereits kennen. Dort gab es auch bereits ein Kombo-System, das nach exakt denselben Regeln funktionierte.

Manche Fähigkeiten belegten Gegner mit einem „Primer“-Skill, wie etwa einem anhaltenden Brand-Effekt. Andere Skills konnten dann eine „Tech-Explosion“ oder eine „Biotic-Explosion“ herbeiführen.

Eine tatsächliche Weiterentwicklung des Systems ist hier nicht zu erkennen. Es ist nahezu identisch, nur die Namen der verschiedenen Schadenstypen wurden ausgetauscht. Die Wirkungsweise ist aber exakt gleich.

Das ist gut, denn es funktioniert und macht Laune.

Der verfluchte letzte Lebenspunkt

Eine weitere Parallele ist der verflixte letzte Lebenspunkt. Das ist keine Eigenschaft, die es nur in Mass Effect gab, sondern in vielen Spielen, aber ich will sie trotzdem anführen.

Ist euch schonmal aufgefallen, dass nur sehr wenige Attacken euch mit einem Schuss töten können, egal wie viel Leben ihr zuvor hattet?

Die meisten eigentlich verheerenden Angriffe bringen euch auf einen Lebenspunkt und sorgen gleichzeitig dafür, dass Feinde euch für 1-2 Sekunden nicht unter Beschuss nehmen oder „daneben schießen“. Zumindest auf den Schwierigkeitsgraden „Leicht“, „Normal“ und „Schwer“ ist das der Fall.

Egal wie verheerend der Angriff, das meiste bringt euch auf einen Lebenspunkt und damit noch eine Chance, in Deckung zu gehen, bevor die Feinde wieder das Feuer eröffnen.

Das soll natürlich das Adrenalin ankurbeln und sorgt auch für gehörige Action – ist aber auch eine Mechanik, die vor allem im Multiplayer von Mass Effect gerne Anwendung fand.

Anthem ist ein aufgeblasener Multiplayer von Mass Effect

Hinzu kommen noch viele weitere Aspekte. Die Steuerung, die Wirkung der Waffen und das allgemeine Spielgefühl der Charaktere erinnert stark an die letzten beiden Ableger von Mass Effect.

Ich will gar nicht sagen, dass all diese Parallelen „billig“ oder „schlecht“ sind – denn das sind sie nicht. Man hat einige der besten Aspekte aus Mass Effect genommen, sie mit dem Fliegen erweitert und störende Komponenten, wie etwa das unflexible Deckungs-System rausgeworfen. Daraus ergibt sich ein deutlich runderes Spielgefühl mit dem hübschen Nebeneffekt, dass Veteranen aus Mass Effect sich gleich heimisch fühlen.

Das alles sorgt dafür, dass sich Anthem wie ein riesengroßer Multiplayer von Mass Effect anfühlt, der ordentlich aufgeblasen wurde. Bisher ist das eine gute Sache, die durchaus Spaß macht. Ich hoffe, das wird noch viele Wochen so bleiben.

Sind euch die Parallelen zu Mass Effect auch aufgefallen? Findet ihr es gut, dass BioWare das Beste der Spiele in Anthem integriert hat? Oder stören euch die Parallelen?

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von Cortyn
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