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Mar. 03, 2019 | 09:20 Uhr

Bei Anthem wurde der bekannte Streamer xGladd gebannt. Die Community diskutiert das angeregt: Einige finden den Bann völlig okay. Andere schlagen sich auf die Seite des Streamers. Der sagt: „Ich spiele eben effizient – dafür wäre ich in Destiny nie gebannt worden.“

Um diesen Streamer geht es: xGladd ist einer der besten Destiny-Spieler der Welt im PvE und hat sich dort einen Namen als Speedrunner gemacht. Er ist für Marathon-Sessions bekannt und dass er beharrlich Ziele verfolgt. So war er es etwa, der das Puzzle Niobe Lab in Destiny 2 löste.

Er hat mit seiner Truppe, dem Clan Redeem, einige World-First-Titel erreicht und es mit einem Handicap-Run sogar ins Guinessbuch der Rekorde geschafft.

Da Anthem ein PvE-Spiel ist, aber auf Twitch eher PvP-Spiele angesagt sind, gehört xGladd zu den wichtigsten Streamern dort, obwohl er mit etwa 120.000 Followern im Vergleich zu den Twitch-Riesen keine ganz große Nummer auf der Streaming-Plattform ist.

Streamer hat gleich 3 Exploits genutzt

Darum wurde der Anthem-Streamer permanent gebannt: Er soll Exploits ausgenutzt haben, die Einfluss auf die „Ökonomie“ des Spiels hatten, also auf Loot-Drops. Weiter führt BioWare das nicht aus.

Nach eigenen Angaben hat xGladd gleich drei Dinge gemacht, die ihm einen Bann einbringen könnten. Das erklärt er in einem YouTube-Video:

  • So hat er „Schatztruhen“ in der offenen Welt von Anthem auf hohem Schwierigkeitsgrad gefarmt, um sich fast ohne Gegnerkontakt gute Items zu besorgen – der Vorfall bekam große Aufmerksamkeit, darüber wurde weltweit berichtet. BioWare hat dieses Lootschlupfloch nach kurzer Zeit geschlossen.
  • er hat einen Trick ausgenutzt, um die Ultimate des Storms immer wieder zu benutzen – das habe er aber nur kurz und aus Spaß gemacht, es dann auch den Devs gemeldet, sagt er
  • Und er hat den Endboss einer Mission mit einem Exploit gefarmt, indem er ihn gekillt hat und sich dann umbrachte. Dadurch spawnte der Boss wieder und konnte erneut gefarmt werden
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So stellt xGladd es dar: Er sagt, das Suchen nach solchen „Farm-Möglichkeiten“ sei die Art, wie er spiele, auch schon Destiny gespielt habe. Das sei nichts Böses.

Der Chest-Run sei möglich gewesen und vom Spiel vorgesehen, daher habe er das gemacht. Er nutze eben „effiziente Wege, um zu farmen.“

Auf reddit werde ihm vorgeworfen, einen Exploit in der „Tyrant Mine“ ausgenutzt zu haben. Das sei eine Verwechslung – den habe er nicht genutzt.

Mittlerweile schließt er selbst das „Truhen farmen“ als möglichen Grund für seinen Bann aus.

xGladd selbst sieht sich auch als einen Werbeträger für Anthem. Er habe das Spiel praktisch vom ersten Tag an promotet und tausenden Leuten vorgestellt. Er sagt zu EA und BioWare: „Gern geschehen, dass ich all diese Leute dazu gebracht habe, Euer Spiel zu kaufen oder Origin Premier, um es auszuprobieren. Jetzt können sie mir sagen, wie viel Spaß sie darin haben oder nicht.“

Das sagen die Gegner den Banns: Der Bann von xGladd schlägt ziemlich hohe Wellen vor allem auf reddit. Dort sind die Top-Kommentare sehr auf Seiten des Streamers. Man versteht den Bann nicht.

Die Gegner sagen:

  • Wenn es Exploits gab, die wer ausnutzen konnte, sei das in erster Linie die Schuld von BioWare, die könnten keinen bannen, weil er das Spiel „effizient“ spiele
  • dass solche Methoden auch in vergleichbaren Spielen wie Destiny (Loot Cave) oder The Division (Bullet King) angewandt wurden, dort sei keiner gebannt worden
Destiny-Lootcave
Die Original-Lootcave in Destiny 1, ein legendärer Farmspot und ein „Exploit“
  • BioWare hätte deutlich machen sollen, dass Spieler gebannt werden, die den Exploit nutzen
  • In einem PvE-Spiel sollte ohnehin keiner gebannt werden

Auf MeinMMO heißt es etwa:

Für einen neuen AAA-Titel ist auf Twitch absolut tote Hose, wenn es um Anthem geht. Die können tatsächlich jeden großen Streamer gebrauchen.

Letztendlich bin ich jedoch weiterhin der Meinung, dass man nicht den Spieler dafür bestrafen kann, weil eine Mechanik in einem Spiel fehlerhaft implementiert ist.

Für sowas wird in Destiny keiner gebannt.

Leser HansWurschd auf MeinMMO

Das sagen Befürworter des Banns: Es gibt auch Stimmen etwa auf MeinMMO, die den Bann befürworten. Die Argumente sind hier vor allem:

  • Auch Streamer müssten sich an die Regeln halten. Sie könnten keine Sonderbehandlung erwarten
  • xGladd sei ohnehin bekannt dafür, Glitches auszunutzen, um voran zu kommen
  • das Ausnutzen von Exploits führe in jedem Spiel zu einem Bann

Es ist beides wichtig: Man muss Leute bannen, egal wie toll und prominent auf Twitch sind, und man muss Bugs fixen. Beides zusammen gibt ein gutes Spiel.

Ich hab nichts gegen Powerplayer oder Pro-Spieler. Ich hab nur etwas gegen Leute, die bescheißen und dies fängt bei mir beim Glitchen an und schließt Bugusing mit ein.

Leser Bodicore auf MeinMMO

Wir werden auf MeinMMO weiter über den Fall berichten, wenn sich da etwas tut.

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von Schuhmann
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